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Gewinnung des Seidenfadens

Es lassen sich drei Qualitäten von Seide gewinnen: Haspelseide oder Grège, Schappeseide und Bouretteseide.

Haspelseide oder Grège

Die vorerst nach Grösse und Qualität sortierten Kokons werden in heissem Wasser aufgeweicht und so lange maschinell gebürstet, bis sich das äussere Fadengewirr (Flockseide) und der Anfang des Seidenfadens in der Bürste verfangen haben.

Da der einzelne Spinnfaden für die weitere Verarbeitung zu fein ist, werden je nach gewünschter Fadenstärke 4 bis 8 Kokons zusam-men abgehaspelt.

Grège-Fäden, leicht gedreht, sind bis zu einem Kilometer lang. Daher der Name «endloser Seidenfaden». Sie lassen sich in der Weberei sowohl als Kett- wie auch als Schussmaterial verwenden.


Abhaspeln des Grège-Fadens

Abhaspeln des Grège-Fadens vom Kokon (1313 n.Chr./China)

Grège ist das beste Seidenmaterial. Aus ihr entstehen die feinsten Seidenstoffe.

Durch Zwirnen mehrerer Grège-Fäden lassen sich Eigenschaften wie Feinheit und Festigkeit des künftigen Gewebes erreichen.

Schappeseide
Nicht abhaspelbare Kokons und die Restkokons der Haspelseide (ca. Z) werden abgekocht und ergeben das Ausgangsmaterial für Schappeseide. Es wird zu hochwertigen Garnen versponnen. Schappeseide ist regelmässig und hat einen «matten Seidenglanz».

Bourretteseide
Der wirre Teil am Anfang des Kokons und die bei der Schappespinnerei anfallenden Restfasern werden zu relativ dicken Garnen verarbeitet. Bourretteseide ist noppig und fülliger als Schappeseide.

Wilde Seide
Wildseide wird - im Unterschied zu Maulbeerseide - aus Kokons von Schmetterlingen gewonnen, deren Raupen nicht gezüchtet werden. Die bekannteste ist die Tussahseide. Sie stammt von einem Eichenspinner, der seinen Namen von seiner Nahrung erhalten hat, den Blättern einer Eiche. Wilde Seide muss versponnen werden, da sich der Seidenfaden in der Regel nicht vom Kokon abhaspeln
lässt.

Schappeseide, Bourretteseide und Wilde Seide werden als «versponnene Seide» bezeichnet, im Unterschied zur Grège.

Weiterverarbeitung der unbehandelten Seide
Der beim Abhaspeln anfallende rohe Seidenfaden ist glanzlos und steif. Die besonderen Eigenschaften, wie edler Glanz, Weichheit und Geschmeidigkeit, erhält die Seide erst durch spezielle Verfahren der Nachbehandlung, Ausrüstung genannt.

Die so gewonnene Haspelseide wird zu jenen kostbaren Kleiderstoffen von hauchdünner bis schwerster Qualität verarbeitet, ohne die «rauschende Feste» undenkbar sind.


Auszug aus Buch fadenflip Kantonaler Lehrmittelverlag Luzern
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